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Praxis am Land: Pro & Kontra

Untersuchung zur Motivation für oder gegen die Übernahme einer Kassenstelle für Allgemeinmedizin in ländlichen Regionen

Arzt, Patientin, krank

up

Contra

Gegen eine Praxis am Land spricht vor allem die Arbeitszeit: Unter den häufigsten fünf Nennungen sind die "regelmäßigen Wochenend-, Nacht- und Bereitschaftsdienste“ an erster Stelle, sowie "Arbeitszeit" generell, "Abgrenzung Arbeitszeit-Freizeit" und "erforderliche Einsatzbereitschaft". Zeitliche Belastung und permanente Erreichbarkeit scheinen die Hauptfaktoren zu sein.

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Pro

Die Gründe für die Übernahme einer Landarztpraxis waren vor allem die Vielfalt der beruflichen Tätigkeit und die spezielle Rolle des Arztes am Land. Im Vordergrund standen also sowohl bei der Entscheidung für als auch gegen die Übernahme einer Praxis am Land keine persönlichen Gründe, sondern inhaltliche, die mit Art und Ausmaß der Arbeit zu tun hatten. Die Sichtweise der jungen Ärztinnen und Ärzte wurde getrennt ausgewertet: Rund drei Viertel der befragten Jungärzte kann
sich die Übernahme einer Kassenarztpraxis grundsätzlich vorstellen. 

Lediglich für die Hälfte dieser Gruppe ist aber eine Praxis am Land vorstellbar – das sind nur rund 35 % der befragten Jungärzte. Ausschlaggebend sind wiederum die Faktoren Arbeitszeitbelastung und Abgrenzung Beruf-Freizeit. Der Wegfall der Hausapotheke als finanzielles Thema und das "zu geringe Einkommen" liegen nur im Mittelfeld. In den qualitativen Interviews wurde allerdings deutlich, dass das Einkommen am Land als wesentlicher gewertet wird, da eine höhere Zeitbelastung bzw. geringere Privatsphäre aus Sicht der Befragten damit abgegolten werden.